Unverwechselbares Ortsbild durch Fachwerk

Elementar für das unverwechselbare Ortsbild von Kaufungen ist der schöne Fachwerkbestand und die Pflege der Altdorfbereiche von Niederkaufungen und Oberkaufungen. Hier hat die Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Anstrengungen unternommen und fördert seit den siebziger Jahren mit zinslosen Darlehen aus einem gemeindeeigenen Förderprogramm die Fachwerksanierung.
Ein großer Gewinn und eine große Chance für die Gemeinde ist die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ mit dem Altdorfbereich Oberkaufungen im Dezember 2020. Dies war in den vergangenen Jahren vorbereitet worden durch einen Aufnahmeantrag bei der hessischen Landesregierung und die Erarbeitung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für das Altdorf Oberkaufungen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und vielen Akteuren aus diesem Gebiet.
Hier können in den kommenden zehn Jahren erhebliche Fördergelder für die Sanierung öffentlicher und privater Anlagen und Gebäude nach Kaufungen fließen. Dadurch wird es möglich, nachdem die Sanierung der Stiftskirche in 2018 abgeschlossen werden konnte, auch deren näheres und weiteres Umfeld zu modernisieren. Dieser älteste Bereich in unserer Gemeinde, der auch ein kultureller und touristischer Anziehungspunkt ist, kann dadurch weiter aufgewertet werden.
Dazu gehört auch, die durch private Investoren in den kommenden Jahren erfolgende Umgestaltung und Umnutzung des Stiftsgutes von einem landwirtschaftlichen Betrieb in ein Wohngebiet zu begleiten und zu fördern. Dafür hat die Gemeinde begonnen, einen Bebauungsplan aufzustellen, der gemeinsam mit den Investoren in den kommenden Jahren fertig zu stellen ist.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir die Chancen aus dem Förderprogramm nutzen und dass wir auch mit dem Altdorfbereich von Niederkaufungen in ein einschlägiges Förderprogramm aufgenommen werden.
Die Entwicklung der Altdorfbereiche verfolgt auch das Ziel, dass sie lebendige Wohngebiete mit einer gemischten Bevölkerungsstruktur bleiben. Leben im Fachwerk soll für alle, Jüngere, Ältere und Familien attraktiv sein. Dazu müssen immer wieder Wege gefunden werden für modernes Wohnen im Altbau. Dafür braucht es insbesondere Beratung, für die zukünftig das Fachwerkberatungszentrum zur Verfügung stehen soll. Dieses wird mit Unterstützung der Gemeinde vom Fachwerkverein errichtet und betrieben. Der Fachwerkverein ist 2016 unter anderem aus dem Arbeitskreis Fachwerk hervorgegangen, den ich in 2012 initiiert hatte und seitdem geleitet habe.
Ein weiteres Plus für die Fachwerkerhaltung ist die Aufnahme der Gemeinde Kaufungen in die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte in 2020. Dadurch sind wir in ein Netzwerk eingebunden, das zusätzliche fachliche Beratung, rechtliche Unterstützung, touristische Werbung und den ständigen Austausch mit anderen Fachwerkstädten im gesamten Bundesgebiet ermöglicht. In 2022 wird Kaufungen einer von zwölf Austragungsorten der bundesweiten dreijährlichen Fachwerktriennale sein.
Veröffentlicht: 28.11.2021


